Griffbrettorganisation, die Zweite

Vor einiger Zeit habe ich ja einen kurzen Artikel zum Thema Organisation auf dem Griffbrett veröffentlicht, wobei es dabei hauptsächlich darum ging,  die Oktavbilder als Orientierung für Skalen, Arpeggios und auch Akkorde zu nutzen. In diesem Text geht es darum das Griffbrett als solches kennen zu lernen. Natürlich möglichst ohne Drill.

Schritt Nr.1: Die E- und A-Saite lernen

Um ein bisschen mühevolles Lernen kommen wir leider nicht herum. Wobei viele Gitarristen die E-Saite von den Power- oder auch Barrée-Akkorden schon kennen dürften. Vielleicht auch schon die A-Saite. Sollte das nicht der Fall sein, kommt hier eine kleine Hilfe:

Abb1: Die E-Saite

Jetzt könntest du natürlich einfach die Töne auswendig lernen (nicht meine Lieblingsvorgehensweise), oder für jeden Ton wieder vorne anfangen zu zählen (auch nichts für mich).

Aber der einfachste Weg ist es, sich klar zu machen, welche Töne schon bekannt sind. Vielleicht weißt du schon, dass der 3. Bund der E-Saite der Grundton des G-Dur-Akkords ist, also der Ton G. Oder du weißt vom Stimmen der Gitarre, dass der 5. Bund der leeren A-Saite entspricht. Im 12. Bund fängt der Spaß von vorne an – nur eben eine Oktave höher. Der Ganzton unter dem E ist der Ton D, im 10. Bund. So oder so ähnlich erarbeite ich mir viele kleine „Ankerpunkte„, mit deren Hilfe ich mir die E-Saite erschließe. Und danach dieselbe Prozedur die A-Saite.

Abb.2: Die A-Saite

Das war schon der anstrengendste Punkt auf dem Weg zur Aufschlüsselung des Gitarrengriffbretts! Als nächstes gibt es visuelle Hilfe.

Die „magischen Dreiecke“

Ich bin nicht ganz sicher, wo ich das erste Mal mit dieser Idee in Kontakt gekommen bin. Im Hinterkopf habe ich, dass mir der Gitarrist Peter Fischer die Sache erklärt hat, vielleicht habe ich es auch irgendwo gelesen. Wie dem auch sei, es handelt sich bei den magischen Dreiecken um eine Erweiterung der Oktavbilder, die ich in dem schon erwähnten Blogartikel erklärt habe. Nur, dass diese Bilder aus drei Tönen bestehen. Dreiecke, eben.

Das erste Dreieck hat den gewählten Ton – hier ein F – auf den E-Saiten und der D-Saite:

Mit diesem ersten Bild, sind wir in der Lage drei von sechs Fs auf dem Griffbrett zu orten. Das zweite Dreieck gibt uns die Position der anderen drei:

Jetzt kennen wir alle Fs bis zum 12. Bund, wo sich das Griffbrett und damit auch die Dreiecke wiederholen! Natürlich kannst und musst du die Bilder verschieben, um die anderen Töne zu lernen. Bei einigen Tönen musst du ein Dreieck über den 12. Bund hinaus verschieben, damit das Bild zustande kommt. Zum Beispiel bei dem Ton Bb:

Abgesehen davon, ist es jetzt sehr leicht sich jeden Ton auf dem Griffbrett zu erschließen.

Ein Übungsvorschlag

Ich habe die Töne auf der Gitarre in zwei Schritten gelernt. Für beide Schritte habe ich mir jeden der 12 Töne auf einen kleinen Notizzettel geschrieben und die 12 Zettel in eine Schüssel oder ähnliches gelegt. Dann habe ich einen Ton gezogen, und erstmal die Positionen des jeweiligen Tons in den Dreiecken geübt, zunächst ganz ohne Druck und Stress. Wenn das gut klappt, solltest du die Töne in-Time, am besten mit Hilfe eines Metronoms oder einer App, spielen.

In einem zweiten Schritt – und die beiden Schritte können sich gerne auch überlappen – habe ich die Position des gezogenen Tons „den Saiten nach“ – natürlich mit Klick – geübt. Also erst die E-, dann die A-, dann die D-Saite, und so weiter. Das habe ich jeden Tag mit zwei Tönen gemacht, und in kurzer Zeit war das Griffbrett entschlüsselt! Ich hoffe sehr, der Tipp hilft dir weiter! Sollten Fragen auftauchen, melde dich einfach per Email!

Viel Spaß

Frank

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